Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus - 27. Januar

Zum Holocaust-Gedenktag

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Schulgemeinde,

„Das Geheimnis der Erlösung ist die Erinnerung."

Das ist ein Zitat aus dem Talmud, einem der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums. Und genau das wollen wir heute tun:

Uns erinnern, an Menschen, die aufgrund einer willkürlichen Definition von Rasse verfolgt wurden.

Erinnern, an Menschen, die wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft sterben mussten.

Erinnern, an die Millionen von Menschen, die wegen ihrer Religion oder Überzeugung ermordet wurden.

Erinnern, an die Opfer des Nationalsozialismus.

 

Zum Holocaust-Gedenktag

Am 27. Januar 1945, heute vor 76 Jahren, wurde das Konzentrationslager Auschwitz durch sowjetische Truppen befreit, in dem zuvor über eine Millionen Menschen umgebracht worden sind. Je höher eine solche Zahl, desto schwieriger ist sie zu greifen. Sie erscheint einfach so weit weg. Erst als ich einen Berg an Kinderschuhen im Auschwitz-Museum gesehen habe, konnte ich mir die Einzelschicksale, die hinter einer solchen Zahl stecken, vorstellen. Ein Kind hat vielleicht gerade noch mit seinen Freunden Fußball gespielt und wurde dann deportiert. Ein Kind hat noch schnell ein Butterbrot geschmiert und es im Zug gegessen. Ein anderes hat sich vielleicht auf eine warme Dusche gefreut und wurde dann ermordet.

Trotz dieser Vergangenheit werden heute in Deutschland auch Stimmen laut, welche die NS-Zeit relativieren oder behaupten, wir würden bombardiert werden, mit Fakten und Bildern aus unserer Vergangenheit.

Aber ist das wirklich so? Wissen wir schon genug und sollten jetzt die Vergangenheit ruhen lassen?

Na klar, Auschwitz kennen wir alle und auch von der Reichspogromnacht haben wir schon gehört. Aber wer war damals der Reichsmarschall? Und was ist die “Nacht der langen Messer”? Was geschah beim “Massaker von Babi Jar”?

Wir können uns gar nicht genug mit der Vergangenheit beschäftigen, denn wir sind nicht abgestumpft, wir wissen immer noch zu wenig.

Durch die Erinnerung werden uns die Gefahren von Hass, Intoleranz, Rassismus und Vorurteilen ins Gedächtnis gerufen.

Wir erlernen so Empathie und Nächstenliebe. Beschäftigt man sich nicht mit der Vergangenheit, findet man sich damit ab, dass auch heute wieder rechtsextremes Gedankengut den Weg in unser Parlament findet.

Und abgesehen davon gibt es mehrere Millionen, genau genommen weit über 6 Millionen, Gründe, sich an die Zeit zu erinnern, denn so viele Menschen wurden in der NS-Zeit ermordet.

Lasst uns gemeinsam den Opfern gedenken, die zu Unrecht sterben mussten, Juden, Menschen mit Behinderungen, Homosexuellen, Sinti und Roma und noch vielen mehr, in der Hoffnung, dass wir durch diese Erinnerung die Zukunft zu etwas Besserem formen können.

Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

(George Santayana, Philosoph und Schriftsteller)

Wenn Ihr mehr wissen möchtet, wie es zum Holocaust kommen konnte, schaut euch folgendes (kurzes) Video an:

https://www.youtube.com/watch?v=drWsLLKfL3E

 

Das beigefügte Plakat und die Bilder auf dem Schulhof stellt dem Anton der Hiddingseler Künstler Bernhard Schlafkes zur Verfügung.