Die Rolle der Schulleitung in Coronazeiten - Ein Schülerinterview mit Frau Hüttenschmidt

Schülerzeitung der 8a

Zum Abschluss unserer Unterrichtsreihe, in der wir uns mit Themen rund um das Medium Zeitung beschäftigten, hielten wir, die Klasse 8a, ein Interview mit unserer Schulleiterin Frau Hüttenschmidt. Dabei ging es uns vor allem um ihre Rolle zu Zeiten der Corona-Pandemie. Hier ein kleiner Einblick:

Nele: Inwiefern haben Sie Corona zu Anfang als Gefahr für den Schulbetrieb wahrgenommen?

Fr. Hüttenschmidt: „Also ganz am Anfang habe ich das nicht als Gefahr wahrgenommen, aber als das dann näher rückte und ich von den ersten Schulschließungen gehört habe, habe ich natürlich gedacht, dass das auch auf uns zukommen kann. Da habe ich schon im Lehrerkollegium gesagt: ,Das kommt jetzt auf uns zu. Bereiten wir die Schüler vor.‘“

Nele: „Welchen Einfluss haben oder hatten Sie bei der Bestimmung der Corona-Maßnahmen?“

Fr. Hüttenschmidt: „Ich konnte relativ zügig Entscheidungen treffen, z. B. die Absage der Fahren und Veranstaltungen. Jetzt ist es aber so, dass die ganzen Maßnahmen ja von der Landesregierung, vom Ministerium, vorgegeben werden und dass die Schulen das im Grunde umsetzen. Man hat aber vor Ort auch als Schulleiterin noch einen gewissen Einfluss auf das, was hier am Anton passiert. Auch auf das Hygienekonzept, auf alles, was wir hier so im Alltag gemacht haben, darauf habe ich einen Einfluss gehabt.“

Nele: „Welche Aufgaben sind für Sie durch die Corona-Situation neu hinzugekommen?“

Fr. Hüttenschmidt: „Also, ich habe noch viel mehr die Aufgabe gesehen, alle Beteiligten zu informieren: Das Kollegium, die Eltern, euch Schülerinnen und Schüler. Ich habe viel mit Eltern telefoniert, die Fragen und Sorgen hatten. Wir haben das Konzept der Digitalisierung erstellt, den Hygieneplan. Das waren alles Aufgaben, die ich sonst im normalen Alltag ja gar nicht hatte.“

Nele: „Hat sich Ihre Einstellung gegenüber der Digitalisierung durch Corona geändert?“

Fr. Hüttenschmidt: „Nein. Ich habe immer schon gedacht, dass die Digitalisierung wichtig ist. Die kommt. Wir brauchen ganz dringend WLAN. Ich bin seit zwei Jahren, lange schon vor Corona, immer schon in Gesprächen mit unserem Schulträger, dass wir dringend WLAN brauchen. Also, ich kann wohl sagen, dass es mir noch ein dringenderes Bedürfnis ist, dass wir da weiterkommen, aber das hatte ich vorher auch schon.“

[Ergänzung der Redaktion: mittlerweile hat das St.-Antonius-Gymnasium flächendeckend WLAN]

Nele: „Was war 2020 für Sie als Schulleitung die größte Herausforderung?“

Fr. Hüttenschmidt: „Die größte Herausforderung war die Ruhe zu bewahren, gelassen zu bleiben trotz aller Schwierigkeiten. Ich sehe das als meine Aufgabe, ein ruhender Pol in der Schule zu sein. Und dann auch die Sorgen von euch, von euren Eltern, von den Kollegen ernst zu nehmen und ganz viel zu informieren, dass wir transparent handeln und dass wir irgendwie trotz allem ruhig dadurch kommen. Ich erlebe aber auch einen ganz großen Zusammenhalt. Ein großes Mitmachen. Ihr macht das insgesamt richtig gut mit. Wenn ich irgendwelche Informationen rauszuschicke, dann habe ich immer das Gefühl, dass ihr das hört und lest.“