Auslandsaufenthalte

Welche Regelungen sind zu Auslandsaufenthalten vorgesehen ?

Auslandsaufenthalte (APO GOSt § 4) können wie bisher üblich in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe stattfinden. Ein Antrag auf Beurlaubung ist bei der Schulleitung zu stellen. Bei entsprechenden Leistungen (s.u.) kann nach Rückkehr der Einstieg in die Qualifikationsphase erfolgen. Der mittlere Schulabschluss wird in diesem Fall nach erfolgreichem Durchgang durch das erste Jahr der Qualifikationsphase erworben. Ein Auslandsaufenthalt kann ebenso im Anschluss an die Einführungsphase erfolgen. In diesem Fall wird das Jahr eingeschoben, d.h., nach Rückkehr erfolgt der Eintritt in das erste Jahr der Qualifikationsphase. Und natürlich kann ein Auslandsjahr auch nach dem Abitur durchgeführt werden.

Um im Anschluss an ein Auslandsjahr in der Einführungsphase unmittelbar in die Qualifikationsphase übertreten zu dürfen, müssen vor Weggang (Ende der Sekundarstufe I) Leistungen nachgewiesen werden, die einen erfolgreichen Durchgang durch die Qualifikationsphase erwarten lassen. Folgende Leistungen werden erwartet:

Nachweis von im Durchschnitt mindestens befriedigende, keine nicht ausreichenden und in den Fächern mit schriftlichen Arbeiten höchstens eine ausreichende Leistung auf dem Zeugnis der Klasse 9/I oder 9/II. Über Ausnahmen entscheidet die Konferenz der die Schülerin oder den Schüler unterrichtenden Lehrkräfte.

Der Antrag ist vor den Versetzungskonferenzen formlos an die Schulleitung zu stellen. Wird ein Antrag auf Fortsetzung der Schullaufbahn nach einem Auslandsjahr in der Einführungsphase gestellt, so ist dieser nach Genehmigung durch die Schulleitung bindend.

Bei einem Schulwechsel entscheidet die aufnehmende Schule über die Beurlaubung und die Fortsetzung der Schullaufbahn. Treten Schülerinnen und Schüler nach einem Auslandsjahr in der Einführungsphase unmittelbar in die Qualifikationsphase ein, so wird das im Ausland verbrachte Jahr auf die Verweildauer in der gymnasialen Oberstufe angerechnet. Wird das Auslandsjahr eingeschoben und nach Rückkehr die Einführungsphase durchlaufen, so wird das Auslandsjahr nicht auf die Höchstverweildauer angerechnet.

Ein halbjährlichen Auslandsaufenthalt ist nur im 1. Halbjahr der Einführungsphase möglich und sinnvoll. Bei einem Schüleraustausch im ersten Halbjahr können der mittlere Schulabschluss durch Versetzung und ggf. das Latinum (bei Latein ab Klasse 5 oder 6) am Ende der Einführungsphase ohne Prüfung erworben werden (ausreichende Leistungen im Abschlusshalbjahr).

Die  Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sekundarstufe I (APO GOSt § 4) sieht keine Regelungen für einen Auslandsaufenthalt in der Sekundarstufe I vor. In besonders begründeten Ausnahmefällen entscheidet die Schulleitung über eine Beurlaubung. Nach Rückkehr wird die Schullaufbahn in der Regel in der Jahrgangsstufe fortgeführt, in der der Auslandsaufenthalt begonnen wurde. Besonders leistungsstarken Schülerinnen und Schülern kann nach Rückkehr der Übergang in die nächsthöhere Klasse ermöglicht werden. Schülerinnen und Schüler der Realschulen und Gesamtschulen müssen in jedem Fall mindestens das zweite Halbjahr der zehnten Klasse besuchen und an den zentralen Abschlussprüfungen der Klasse 10 teilnehmen.

Ein wichtige Frage ist die nach dem Erwerb des Latinum bei einem einjährigen Auslandsaufenthalt. 

Da die Einführungsphase nicht durchlaufen wird, ist hier am Ende der Einführungsphase auch der Erwerb des Latinum nicht möglich. Es bleibt die Möglichkeit, eine Latinumsprüfung abzulegen. Die Latinumsprüfung kann vor dem Auslandsaufenthalt oder nach Rückkehr abgelegt werden. Sie besteht aus einer Klausur, die zentral gestellt wird, und einer mündlichen Prüfung. Die Anmeldung zu dieser Prüfung muss bis zum 1. Februar des jeweiligen Jahres über die Schulleitung bei der zuständigen Bezirksregierung vorliegen. Nähere Auskünfte geben die Schulleitung und die jeweilige Fachlehrerin bzw. der jeweilige Fachlehrer.

 

Anhang:

AJA-Flyer NRW

Merkblatt zum Auslandsaufenthalt

Merkblatt zum Erwerb des Latinums

§ 4 APO GOSt

Auslandsaufenthalte

(1) Während der beiden ersten Jahre der gymnasialen Oberstufe können Schülerinnen und Schüler für einen Auslandsaufenthalt gemäß  §43 Abs. 3 SchulG beurlaubt werden. Nach Rückkehr wird die Schullaufbahn grundsätzlich in der Jahrgangsstufe fortgesetzt, in der der Auslandsaufenthalt begonnen wurde. Das zweite Jahr der Qualifikationsphase kann nicht für einen Auslandsaufenthalt unterbrochen werden.

(2) Schülerinnen und Schüler, die zu einem einjährigen Auslandsaufenthalt in der Einführungsphase oder einem halbjährigen Auslandsaufenthalt im zweiten Halbjahr der Einführungsphase beurlaubt sind, können ihre Schullaufbahn ohne Versetzungsentscheidung in der Qualifikationsphase fortsetzen, wenn aufgrund ihres Leistungsstandes zu erwarten ist, dass sie erfolgreich in der Qualifikationsphase mitarbeiten können.

(3) Ausländische Leistungsnachweise können bei der Berechnung der Gesamtqualifikation nicht übernommen werden.

§ 43 des Schulgesetzes über die Teilnahme am Unterricht und an sonstigen Schulveranstaltungen

(1) Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, regelmäßig am Unterricht und an den sonstigen verbindlichen Schulveranstaltungen teilzunehmen. Die Meldung zur Teilnahme an einer freiwilligen Unterrichtsveranstaltung verpflichtet zur regelmäßigen Teilnahme mindestens für ein Schulhalbjahr.

(2) Ist eine Schülerin oder ein Schüler durch Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren Gründen verhindert, die Schule zu besuchen, so be­nachrichtigen die Eltern unverzüglich die Schule und teilen schriftlich den Grund für das Schulversäumnis mit. Bei begründeten Zweifeln, ob Unter­richt aus gesundheitlichen Gründen versäumt wird, kann die Schule von den Eltern ein ärztliches Attest verlangen und in besonderen Fällen ein schulärztliches oder amtsärztliches Gutachten einholen.

(3) Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann Schülerinnen und Schüler auf Antrag der Eltern aus wichtigem Grund bis zur Dauer eines Schuljahres vom Unterricht beurlauben oder von der Teilnahme an einzelnen Unter­richts- oder Schulveranstaltungen befreien. Längerfristige Beurlaubungen und Befreiungen bedürfen der Zustimmung der Schulaufsichtsbehörde. Dauerhafte Beurlaubungen und Befreiungen von schulpflichtigen Schüle­rinnen und Schülern zur Förderung wissenschaftlicher, sportlicher oder künstlerischer Hochbegabungen setzen voraus, dass für andere geeignete Bildungsmaßnahmen gesorgt wird.

(4) Alle Schülerinnen und Schüler sind während schulischer Veranstaltun­gen sowie auf den Wegen von und zu diesen im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung nach dem SGB VII gegen Unfall versichert.