Erfahrungsbericht aus Ecuador – In der Welt zuhause

Laurenz in Ecuador

Am Anfang entschied ich mich gegen das Auslandsjahr, da ich das Schuljahr nicht überspringen und meine Freunde sowie Familie nicht verlassen wollte. Doch dann wurde mir klar, dass die Chance auf ein solches Jahr einmalig ist. Auf einer Infoveranstaltung des Rotary-Vereins bin ich auf ehemalige Austauschschüler getroffen, die mir Mut gemacht haben. Also bin ich letztendlich zum Entschluss gekommen und bewarb mich für ein Auslandsjahr in Lateinamerika. Das Land war mir eigentlich egal, aber ich wusste, dass es etwas Exotisches sein sollte, was man so niemals in Europa vorfinden würde. Daher kam mir das kulturreiche Land Ecuador geradezu gelegen.

Angekommen in einem völlig fremden Land, verlor ich für einen Moment all das, was mir vorher Sicherheit gab: Meine Freunde und Familie, meine Sprache, meine Gewohnheiten, meine Kultur und mein gewohntes Landessystem.

Doch das konnte ich mir nach einer Zeit selber aufbauen. Dies förderte mein Selbstbewusstsein und ich wurde offener und reifer als zuvor. Kurz nach meiner Ankunft konnte ich mich mit anderen Austauschschülern aus aller Welt, die auch ihr Jahr in Ecuador verbrachten, bekannt machen. Da sich diese in derselben Situation wie ich befanden, ist einem diese Gruppe sehr ans Herz gewachsen und somit habe ich gelernt, Menschen so anzunehmen, wie sie sind und nicht skeptisch zu sein, nur weil sie anders sind.

Außerdem bekam ich mehr Mut gegenüber dem Unbekanntem – die Erfahrung hat mir gezeigt, zu was ich fähig bin und was in mir steckt.

Generell habe ich viele neue Seiten der Welt gesehen und meinen Horizont erweitert. Die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen macht einen bescheiden und man lernt, dankbar zu sein.

Ich habe so einige Spuren in Ecuador hinterlassen, nicht nur einen fehlenden Freund oder ein fehlendes Familienmitglied, vielleicht auch den Beweis dafür, dass Deutsche nicht immer ernst sein müssen… und auch nicht immer so ordentlich.

Dem einen oder anderen habe ich vielleicht auch dazu gebracht den Wunsch zu haben, selber ein Jugendaustausch zu machen, um sein eigenes Abenteuer zu erleben.

Laurenz in Ecuador