Leons Forschungsprojekt am Anton und an der Fachhochschule

Erstellt: Freitag, 27. April 2018 Geschrieben von Leon Focks

Chemie außerhalb der Schule? Verrückt!

 
Es fing alles in der Q1 an. Ich suchte nach einem Thema für die anstehende Facharbeit, welche ich im Fach Chemie schreiben wollte. So fielen mir diese Sterne ein, die man als Kind über seinem Bett kleben hatte und die im Dunkeln leuchten. Ich wollte wissen, wie das funktioniert und kam so auf die Fluoreszenz als Thema meiner Facharbeit. 
 
Fluoreszenz beschreibt den Vorgang, dass Elektronen in einem Stoff in ein höheres elektrisches Niveau angehoben werden. Dies ist beispielsweise durch die Bestrahlung mit für den Menschen unsichtbarem UV-Licht (Schwarzlicht) möglich. Fallen diese dann zurück in den Grundzustand, senden die Stoffe Energie in Form von sichtbarem Licht aus. So entsteht der Effekt, dass der Stoff von alleine leuchtet.
Wie man bereits anhand dieser sehr allgemeinen Beschreibung erkennen kann, ist das Thema sehr kompliziert. Das war auch eine Erkenntnis, die ich während meiner Facharbeit hatte. So nutzte ich die Chance in der Q2 eine mindestens 30-seitige wissenschaftliche Arbeit (besondere Lernleistung) zu schreiben, um weiter an diesem Thema zu forschen. 
 

Chemie außerhalb der Schule? Verrückt!_1

Da die Geräte, die benötigt werden, um solche Stoffe zu untersuchen, sehr teuer sind, war ein Kooperationspartner wichtig. Dazu erklärte sich die AG-TOM der FH Münster in Steinfurt bereit. Dort wird an anorganischen Leuchtstoffen geforscht, weshalb alle benötigten Geräte vorhanden waren. In den Laboren in Steinfurt wurden dann auch alle Messungen durchgeführt.
 
Problematisch ist vor allem die Beschaffung von Informationen. Durch die Unterstützung meiner Betreuer, sowohl Dr. Matthias Ruttert von unserer Schule als auch Dr. David Enseling der FH Münster, war dies aber ein kleineres Problem. 
 
Durch die Unterstützung der Experten von der FH war es ebenfalls möglich, neue Themenbereiche zu erschließen und der Arbeit so langsam eine Struktur und einen guten Alltagsbezug zu geben. So wurden zwei Stoffe unterschiedlicher Kategorien untersucht und jeweils die Synthese dargestellt. Weiter wurden alle Stoffe analysiert, unter anderem die Fähigkeit Licht zu absorbieren und zu emittieren. Die dabei gemessenen Graphen wurden mit Hilfe verschiedener Theorien gedeutet und diskutiert. Ein hierbei aufgetretenes Problem war, dass die Stoffe teilweise wenig untersucht sind und Informationen teils widersprüchlich sind. So muss bei jeder Quelle abgewägt werden, in wie fern die Zuordnungen der Übergänge auf die eigene Messung übertragbar sind. Ebenfalls sind fast alle Quellen auf Englisch, wobei das bei sehr wissenschaftlich formulierten Texten, mit denen man auf Deutsch schon gehadert hätte, ein wahres Problem darstellen kann. Bei beiden Problemen konnte ich jederzeit Rücksprache mit meinen Betreuern halten, wobei Probleme schnell geklärt werden konnten.
 
Chemie außerhalb der Schule? Verrückt!_3Im letzten Abschnitt der Arbeit sollten die Anwendungsbezüge der untersuchten Stoffe dargestellt werden, um einen Praxisbezug herzustellen. Eingesetzt werden diese Stoffe unter anderem in Textmarkern, um eine leuchtende Farbe zu erzeugen und in LED-Leuchtmitteln. Sich in die Themen einzulesen und die ganzen Daten auszuwerten kann auf Dauer dann doch langweilig werden, womit das Schreiben des letzten sehr praxisbezogenen Abschnittes neben den vielen Tagen im Labor am interessantesten war.
 
Die Arbeit hat mir viele interessante Einblicke in die Arbeit und das Leben an einer Hochschule gewährt und ich konnte viele Erfahrungen im Umgang mit Messanlagen und dem Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit sammeln. Somit hat sich die investierte Zeit trotz teilweise großem Stress und viel Aufwand aus meiner Sicht gelohnt!
 
Auf diese Weise entstand in rund einem ¾ Jahr diese 99-seitige Arbeit zum Thema der Fluoreszenz.
 
Weitere Bilder finden Sie in unserer Fotogalerie!
 
 
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