Die Qualitätsanalyse (QA) – eine kurze Erläuterung

Mit dem Schulgesetz von 2006 wurde die Qualitätsanalyse NRW (im Folgenden kurz QA) als zentrales Instrument zur Entwicklung und Sicherung der Qualität an Schulen in NRW landesweit eingeführt. Die QA soll die Eigenverantwortung der Schulen stärken und ihnen nachhaltige Impulse für ihre Weiterentwicklung geben. Die Schule reicht zunächst ein umfangreiches Portfolio ein (z.B. Lehrpläne, Konzepte, Protokolle, Elternbriefe). An vier Tagen kommen die Qualitätsprüfer in die Schule und besuchen den Unterricht möglichst vieler Kolleginnen und Kollegen. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen am Schulleben beteiligten Gruppen umfangreich befragt und interviewt. Am vierten Tag bekommt zunächst die Schulleitung und dann auch das Kollegium eine erste Rückmeldung, der endgültige Bericht liegt etwa zwei Monate später vor.

 

ufnahmeprüfungen müssen die ersten 22 Mädchen absolvieren, mit denen vier Ordensschwestern aus dem Orden der Franziskanerinnen in einem Haus an der Münsterstraße den Schulbetrieb beginnen, nachdem 1894 die Errichtung einer Töchterschule in Lüdinghausen genehmigt wird, im Jahr darauf findet die provisorische Eröffnung statt. Die Fächer der ersten Stunde sind Deutsch, Französisch, Rechnen, Erdkunde, Geschichte und Religion, mit denen das Ziel verfolgt wird, den Töchtern eine gute Allgemeinbildung für „Haus und Gesellschaft“ zu bieten.

ahe der Burg Vischering wird am 12. August die feierliche Grundsteinlegung für ein Klostergebäude vorgenommen. Bereits im Jahr 1896 weiht der Bischof von Münster Hermann Dingelstad das St.-Antonius-Kloster feierlich ein. Die anfänglich geringe Schülerinnenzahl versetzt die Schulleiterin Schwester Alverna Spangemacher sowie die Schwestern in Sorge. Kurze Zeit später verlegt die preußische Regierung die Ausbildung von Lehrerinnen nach Lüdinghausen,  zunächst starten hier 19 junge Frauen. Bis zum Jahr 1901 erhöht sich die Zahl der Schülerinnen auf 102, die Schwestern eröffnen die sogenannte Bewahrschule (Kindergarten) und eine Handarbeitsschule, ein weiteres Jahr später gründet man eine Vorschule (Klasse 1-3).

atsächlich tauchen bald die ersten räumlichen Probleme auf und die Küche wird in den Keller verlegt, ein großzügiger Erweiterungsbau mit Turnhalle und Aula entsteht. Zum Ende des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts beginnt eine neue Ära: akademisch ausgebildete Lehrkräfte unterrichten im Mädchenschulwesen; es folgt die Anerkennung der höheren Mädchenschule, seit 1912 Lyzeum genannt, und des höheren Lehrerinnenseminars, des Oberlyzeums.  Im Ersten Weltkrieg befindet sich ein Lazarett mit 130 Betten in  Turnhalle und Aula, dort kümmern sich die Schwestern besorgt um die Verwundeten. Nach dem Krieg nimmt die Schule den Namen „Privates Lyzeum und Oberlyzeum der Franziskanerinnen, St.Antonius, Lüdinghausen“ an. Beim 25jährigen Jubiläum gefährden finanzielle Sorgen die noch junge Schule, die Beteiligung von Eltern, Staat und Kommune kann dieses Problem jedoch lösen. Für die Mädchen ist das Klosterschulleben kein Zuckerschlecken, sie werden von anderen Kindern als „Klosterziegen“ gehänselt. Im Jahr 1925 gibt das Kloster die Lehrerinnenausbildung wieder auf, die stolze Zahl von 486 Lehrerinnen kann auf eine lehrreiche Zeit in Lüdinghausen zurückblicken.  In den Dreißigerjahren gewinnt der Nationalsozialismus auch im Schulleben an Boden, der Führergeburtstag muss gefeiert werden, man hört gemeinsam die Radiosendungen, es erfolgen die ersten Luftschutzübungen. Nach den ersten Kriegsjahren werden die Schwestern des Hauses verwiesen, das Gebäude wird in ein vom Orden geleitetes Krankenhaus umgewandelt, das bis zu 500 Kranke beherbergt. Direkt nach Ende des Krieges beginnt der Kampf um die Wiedereröffnung, die schon bald gelingt. 1946 kann das 50jährige Bestehen des Klosters und seiner Schule gefeiert werden, mittlerweile lernen hier 372 Schülerinnen. Ende der Fünfzigerjahre wird das Internat wiedereröffnet, das neusprachliche Mädchengymnasium, das aus Lyzeum, Oberlyzeum und Frauenschule hervorgeht, beherbergt fast 450 Schülerinnen. Nur wenige Jahre später geben die Schwestern unter der Leitung von Schwester Lioba ihre Schule schweren Herzens auf, da sie weder personell noch finanziell in der Lage sind, diese Aufgabe noch länger zu bewältigen. So wird die Stadt Lüdinghausen 1975 Träger der ehemaligen „Antoniusschule“. Es beginnt eine rasante Entwicklung: die „Reformierte Oberstufe“ mit Grund- und Leistungskursen wird eingeführt, die Schule erhält ihren ersten männlichen Schulleiter Herrn Heinrich Niehues, der Förderverein gründet sich. Es folgen die ersten Pavillons, die zunächst als Provisorium gedacht dann doch recht lange stehenbleiben müssen. In den Siebzigerjahren hält die Koedukation Einzug, neben 585 Mädchen besuchen nun auch 70 Jungen das Gymnasium. Mit der Zeit tritt das Kloster immer mehr Räume an das St.-Antonius-Gymnasium ab, das neue Schulmitwirkungsgesetz erlaubt es den Eltern, über einen schulfreien Samstag im Monat mitzudiskutieren. Auch die Gebäudefrage erzeugt Probleme; nach einer langen Diskussion in der Stadt, ob die Schule an die Tüllinghofer Straße verlegt werden soll, fällt die Entscheidung für einen Neubau auf der Südwiese, die Schwestern schenken der Stadt das Grundstück für diese notwendige Erweiterung. So entstehen nacheinander der Neubau und die Turnhalle, denn die Schule platzt mit fast 1100 Schülerinnen und Schülern aus allen Nähten. 1984 ist wieder ein ereignisreiches Jahr, denn Herr Günther Wolske wird neuer Schulleiter am „Anton“ und der zweite freie Samstag wird eingeführt. An der Stever entstehen unter seiner Regie weitere Pavillons mit einer Verbindungsbrücke zum Hauptgebäude, gleichzeitig beginnt der Umbau des Altbaus. 1990 ist es geschafft, die neuen Gebäudeteile werden eingeweiht und die lange geplante Kooperation mit dem „Cani“ beginnt.

hne Samstagsunterricht, nachdem der dritte und kurz darauf der vierte freie Samstag eingeführt werden, feiert die Schulgemeinde 1996 zur Hundertjahrfeier ein rauschendes Fest. Einige Jahre hat die Schule nun Ruhe, bevor unter Herrn Dr. Mensing 2007 die nächsten Veränderungen anstehen, die Schulgemeinde entschließt sich zur Einrichtung eines bilingualen Zweiges mit den Sachfächern Biologie und Geschichte. Etwas später darf sich das St.-Antonius-Gymnasium nun auch „Partnerschule des Leistungssports“ nennen, die Erfolge in den Sportarten Volleyball und Badminton rechtfertigen diesen Namen. Ab 2010 beginnt die Renovierung des Gebäudetraktes mit der alten Aula und der alten Turnhalle, das Richtfest wird im April 2011 gefeiert, kurz nachdem Elisabeth Hüttenschmidt Schulleiterin geworden ist. Kurz vor Fertigstellung des Gebäudes zerstört ein Brand den Dachstuhl der neuen Aula, die Renovierungsarbeiten starten ein zweites Mal, die Schule feiert ein zweites Richtfest. Ein gutes Jahr später ist dieser Alptraum überstanden, das Gebäude wird in einer beeindruckenden Feierstunde eingeweiht. Das „Anton“ führt die neu einsetzende Fremdsprache Spanisch in der Oberstufe  und das Fach Wirtschaft in der Mittelstufe ein.

un unterrichten fast 70 Lehrerinnen und Lehrer die 820 Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Gebäudeteilen, die an vielen Stellen mit modernster Technik ausgestattet sind. Es gibt einen Mensabetrieb, den Campus (Betreuung bis 15.45 Uhr am Nachmittag) und sportliche Angebote in der Sporthalle in der Mittagspause. Das Schulprogramm enthält ein umfangreiches Fahrten- und Austauschprogramm, vielfältige Aktivitäten zeugen von einem lebendigen Schulleben, das sich in der Schullandschaft sehen lassen kann. Als das städtische Gymnasium in Lüdinghausen hat das „Anton“ einen sehr hohen Stellenwert in der Region.

Diese Schule vermittelt mehr als nur Wissen, die Kinder und Jugendlichen erhalten eine ganzheitliche Erziehung, die ihnen Orientierung für ihr Leben geben soll. Es geht um die Vermittlung von Werten; neben Toleranz bestimmen Achtsamkeit und Verantwortung den Schulalltag. Im Vordergrund steht die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Schülers, einer jeden Schülerin, mit der Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, damit sie auf ein selbstbestimmtes Leben in der globalisierten Welt vorbereitet werden.

Elisabeth Hüttenschmidt

nach: 100 Jahre St.-Antonius-Gymnasium, 1896-1996. Festschrift zur Hundertjahrfeier, herausgegeben vom St.-Antonius-Gymnasium Lüdinghausen. September 1996. Verlag Rademann, Lüdinghausen.

 

Als sich Ordensschwestern der Franziskanerinnen im Jahre 1896 zur Schulgründung in Lüdinghausen entschlossen, ging dies natürlich mit der Überlegung einher, welchen Namen die zukünftige Schule tragen solle. Die Wahl des Namens konnte und durfte nicht dem Zufall überlassen werden, ähnlich den Entscheidungen, die Eltern bei der Namensgebung ihrer Kinder oder Institutionen bei der Namensgebung von Krankenhäusern, Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen zu treffen haben. Die Gründerinnen unserer Schule entschieden sich für den im 13. Jahrhundert lebenden Franziskanermönch „Antonius von Padua“ als Namenspatron. Der 1195 in Lissabon geborene Franziskanermönch Antonius wurde vor allem in Padua durch seine mitreißende und geistreiche Lehr- und Predigttätigkeit bekannt, was ihn zu dem „Antonius von Padua“ machte, den die Kirche schon ein Jahr nach seinem Tod im Jahr 1232 heiligsprach und den Papst Pius XII 1946 zum Kirchenlehrer mit dem Titel „Lehrer des Evangeliums“ erhob.

Dem Franziskanischen Erziehungs- und Bildungsideal verpflichtet ging es schon „Antonius von Padua“ und später den Gründerinnen unseres Gymnasiums nicht allein um die Schulung intellektueller und kognitiver Fähigkeiten. Auch die Sinne und das Gefühl der Kinder und Jugendlichen sollten erzogen und gebildet werden. So kam dem musisch-künstlerisches Gestalten stets eine besondere Bedeutung zu. Die musisch-künstlerischen Fächer sollten zwischen Pflicht und Neigung, Leistung und Entlastung vermitteln und den Alltag so bereichern.

Friedhelm Kienz

St.-Antonius-Gymnasium - Klosterstr. 22 - 59348 Lüdinghausen - Telefon: 02591-23060