MINT-EC-Camp: Der Farbe Blau auf der Spur

Geschrieben von Lena T.

Lena T. in RoßlebenWenn tausende Schüler in die Sommerferien stürmen, treffen sich jedes Jahr motivierte Schülerinnen und Schüler zur Deutschen Schülerakademie (DSA). So beherbergte die Klosterschule Roßleben für 16 Tage 94 Schüler der Oberstufe aus ganz Deutschland und aus deutschen Schulen  in Schweden, Bulgarien, Namibia und Ägypten, die mit Freude an verschiedenen Themen auf erhöhtem Niveau arbeiten. So ging es auch für mich am 13.7. nach Thüringen, wo mich eine spannende Zeit erwartete.

Aufgrund einer Teilnehmerliste konnten bereits im Voraus Fahrgemeinschaften gebildet werden und auch ich traf in Münster schon neue Freunde. Nach sechs Stunden Fahrt lernten wir die anderen mithilfe von Steckbriefen und einem Suchspiel kennen. Eine Rallye verschaffte uns einen ersten Überblick über die Klosterschule. Auch im Kurs stellten wir uns vor und sammelten unsere Erwartungen. Der erste Tag wurde mit interessanten Gesprächen unterm Sternenhimmel beendet. Bereits der nächste Tag lief wie die vielen weiteren nach folgendem Muster ab:

Lena T. in Roßleben07:30 – 08:20 Frühstück

08:30 – 09:00 Plenum 

09:00 – 12:00 Kurs inklusive Pause

12:15              Mittagessen

14:00 – 16:00 Chor, KüAs

16:00 – 16:30 Kaffeepause

16:30 – 18:30 Kurs

18:45              Abendessen

19:30              KüAs

Das Plenum war für alle Teilnehmer und die 16 Leiter Pflicht, da in ihm der Tag und alle weiteren organisatorischen Dinge besprochen wurden. Der Presseclub, in dem sich Teilnehmer freiwillig betätigten, berichtete über die neuesten Nachrichten, und Kurs übergreifende Angebote (KüAs) wurden mit Freude entgegen genommen. Bei diesen KüAs handelt es sich um von Teilnehmer oder Leiter angebotene Aktivitäten, sowohl sportliche wie Volleyball, Tennis und Tanzen, als auch gesellschaftliche wie Stratego, Standardtanz, Fotografieren, Freundschaftsbänderknüpfen, Sprachen und zahlreiche Debatten. Diese KüAs fanden nach dem Mittagsessen und abends statt.

Auch musikalisch wurde an der DSA viel geboten. So gab es eine Leiterin, die nur für die Musik zuständig war. Sie leitete die vielen Chöre (Akademie, Mädchen- und Kammerchor), das Orchester und die Bandproben. Außerdem bot sie Gesangs-, Klavier-, und Dirigierunterricht an. Mit ihrer Hilfe wurde ein internes Konzert und ein großes Abschlusskonzert auf die Bühne gebracht.

Die KüAs und auch der Chor waren freiwillige Angebote. Der Kurs hingegen war Pflicht. Insgesamt wurden bei dieser Akademie sechs Kurse zu unterschiedlichen Themen angeboten: sichere Datenübertragung (Mathe), die Farbe blau (Chemie), Marktversagen (Wirtschaft), Lebensmittel auf den Tisch legen (Humangeografie), 100 Wörterbücher pro Minute (Linguistik) und showing and telling (Filmanalyse).

Ich habe mich im Vorfeld für den Chemiekurs entschieden, für den ich auch ein Referat über Indigo vorbereiten musste. In diesem Kurs haben wir verschiedene Referate gehört und bearbeitet. Um uns mit der Farbe blau zu beschäftigen mussten wir erst verschiedene Fragen zum Thema Licht,  Entstehung von Farben und Aufbau von Atomen und Molekülen beantworten. Wir arbeiteten uns in den Welle-Teilchen-Dualismus, Orbitaltheorien und quantenmechanische Theorien ein. Durch die Quantenmechanik wurde der Kurs physikalisch und mathematisch, da wir Gleichungen auch mithilfe von in der Schule gelernten Differenzial- und Integralrechnungen lösten. Im Kurs lernten wir außerdem mit dem Computersimulationsprogramm ADFjobs Atome und Moleküle berechnen zulassen. Zusätzlich lernten wir grundsätzliche Methoden wie eine gute Präsentation, hilfreiches Feedback und den Umgang mit dem Computerprogramm LaTex, in dem wir auch eine Dokumentation über unsere Ergebnisse und das Leben im Kurs schreiben mussten. Für diese Dokus haben wir und auch unsere Leiter, die unsere Texte mehrmals korrigierten, viel Zeit geopfert.

Aber unsere Arbeit im Kurs war nicht nur trockene Theorie, sondern es ging auch für uns ins Labor, wo wir verschiedene Versuche mit blauer Farbe durchführten.

Ein besonderes Ereignis war die Rotation. Als die Hälfte der Zeit bereits um war, gingen wir in die anderen Kurse, um zu sehen, an was diese arbeiten. Außerdem mussten wir fachfremden Leuten unsere Arbeit vorstellen. Dies war gar nicht so einfach, doch eine gute Übung für weitere Präsentationen.

Um an einem Tag einen freien Kopf zu bekommen, machten wir einen Ausflug. Jeder konnte sich im Vorfeld zwischen fünf Exkursionen entscheiden: Fahrradfahren, Kanutour, Wandern, Erfurt und Weimar. Ich entschied mich für letzteres und genoss eine schöne Stadtführung und freie Zeit in Goethes Heimatstadt.

Generell lässt sich sagen, dass die Leiter mit viel Engagement versuchten, uns eine schöne DSA-Zeit zu machen. Dies spiegelte sich in verschiedenen Angeboten, wie z.B. am Sonntag die Kirche zu besuchen oder die schuleigene Bibliothek mit alten Abiturprüfungen und Erstausgaben von Goethe, Lessing usw. zu besichtigen. Außerdem drehten sie verschiedene lustige Videos für das Plenum. Sie planten einen Vorstellungsabend, wo sich die Leiter in einen Rollenspiel vorstellten, einen Spieleabend und ein Lagerfeuer, ließen uns aber viel Dinge wie einen Pulli, ein Quidditch-Turnier, einen bunten Abend und zwei Partys eigenständig planen.

Lena T. in Roßleben

Abschließend lässt sich sagen, dass die DSA eine gute Erfahrung war, an die ich mich gerne zurückerinnere. Ich habe nicht nur ein Zertifikat, das sich auch für das MINT-Zertifikat anrechnen lässt, sondern auch gute Freunde aus ganz Deutschland und sogar Schweden und Ägypten gewonnen. Diese netten Leute kann ich beim Nachtreffen und bei Akademien des Clubs der Ehemaligen (CdE), in den wir automatisch eintreten, wiedersehen.

Außerdem habe ich viele methodische Dinge und viel über die Farbe blau gelernt. Auch in der Studienorientierung hat die DSA mir weitergeholfen, da die Leiter über ihren Studiengang informiert haben und im Kurs viel studentisches Wissen gelehrt wurde. So hat sich auch mein Interesse an Physik vergrößert. Mir hat sowohl das praktische Arbeit im Labor als auch die Theorie im Kurs sehr gefallen. Sehr begeistert hat mich auch die Gemeinschaft aller Teilnehmenden. Es war eine tolle Zeit!!!

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