Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz

Geschrieben von A. Kallenbach

Gedenkstaettenfahrt

Zum ersten Mal hat sich am 27.01.2019, dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, eine Gruppe von 20 Schülerinnen und Schülern mit ihren Lehrern des St.-Antonius-Gymnasiums Lüdinghausen Frau Luhmann und Herrn Kallenbach auf eine Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz in Polen begeben.

Nach der Anreise am internationalen Gedenktag und dem Bezug der Unterkunft in Krakau, wurde am folgenden Tag im Rahmen einer Stadtführung die Geschichte Krakaus und der jüdischen Bevölkerung vor allem unter der Besatzung der Nationalsozialisten ergründet. Hierbei lernten die Schülerinnen und Schüler die Altstadt Krakaus, das ehemalige jüdische Viertel sowie das ehemalige Ghetto kennen.
Am nächsten Tag wurde das Konzentrationslager Auschwitz I, das so genannte Stammlager, besichtigt. Die Ausstellung in den Räumen der Gedenkstätte und auch die besuchten Länderausstellungen waren bedrückend aber auch beeindruckend.

Aus dem Bericht einer Schülerin: „Wir gingen durch einen länglichen Raum. Links ein riesiger Schaukasten, der die ganze Länge des Raumes einnahm und auch noch einige Meter in die Tiefe der Wand reichte. Haare. Viele, viele Haare. Auf der anderen Seite ein anderer Schaukasten. Schuhe. Und zwar alles Kinderschuhe. Wir gingen in den nächsten länglichen Raum. Wieder links und rechts riesige Schaukästen. Nochmal Schuhe. Diesmal von Erwachsenen. Bis zur Decke stapelten sich die Schuhe derer, die hier gequält und getötet wurden.

Unsere Reiseleiterin, die eigentlich zu allem, was wir sahen, immer noch etwas hinzufügte, sagte in diesen Räumen nichts. Dazu kann auch nichts gesagt werden, sie ließ diese Schaukästen mit ihrem Inhalt ohne Worte auf uns wirken. Es war beengend. Ich fokussierte während des Vorbeigehens immer wieder einzelne Schuhe und fragte mich: Wem hat dieser Schuh gehört? Wie sah dessen Schicksal aus? Und trauriger Weise konnte ich immer wieder eine Antwort auf diese Fragen in meinem Kopf finden. Schrecklich sah das Schicksal des Besitzers des Schuhs aus. Diese erdrückende Wahrheit setzte sich in meinen Kopf fest und doch wusste ich gleichzeitig: Es ist gut, dass du hier bist, du wirst diese Bilder, von den Haaren, von den Schuhen, nie wieder vergessen, und doch ist genau dies gewollt. Denn diese Bilder dürfen nicht vergessen werden.“

Am vierten Tag der Fahrt stand dann die Besichtigung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz II Birkenau auf unserem Programm, welches alleine durch seine Dimensionen die Ausmaße der industriellen Vernichtung deutlich machte. Am zentralen Mahnmal legten die Schülerinnen und Schüler Blumen nieder und verlasen ausgesuchte Zitate.

Aus dem Bericht eines Schüler: „Mit diesem Gedenken an die Opfer des Holocaust haben wir versucht, den Opfern einen Teil ihrer Menschlichkeit wieder zugeben, die sie während des Holocaust unter den Nazis komplett verloren hatten. Doch man darf nicht vergessen, dass hinter jedem ermordeten Menschen eine große Geschichte und eine zutiefst betroffene Familie steckt.“

Am späten Nachmittag besichtigte die Gruppe im Rahmen einer Führung noch den Ort Oświęcim und das dortige jüdische Museum.
Besonders im Gedächtnis bleiben wird den Schülerinnen und Schülern auch das am Folgetag durchgeführte Zeitzeugengespräch mit Frau Rena Rach. Frau Rach, die im jüdischen Ghetto in Krakau geboren wurde, überlebte den Krieg nur, da ihre Mutter sie zu einer anderen Familie geben konnte, welche damit auch ihr Leben aufs Spiel setzte.

Gedenkstaettenfahrt
Als letzter Programmpunkt wurde dann noch das Oskar-Schindler-Museum besucht, bevor dann am 01.02. der Rückflug angetreten wurde. Für die Schüler stand am Ende der Fahrt fest:
Aus dem Bericht einer Schülerin: „Wir haben unsere Zukunft selbst in der Hand und müssen eine Wiederholung von so etwas verhindern!“

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