Scharfe unter Schafen – LK-Fahrt nach Schottland

Geschrieben von Marie Podien u. Zoe Ait-Mekourta

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Auf geht´s, ab geht´s, Schottland!
Das war das Motto des Erdkunde LKs von Herrn Peters und des Englisch LKs von Herrn Kleickmann, die sich am 7.10.2018 unter der Begleitung von Frau Scheideler und Frau Linneborn auf den Weg in die schottische Hauptstadt Edinburgh machten.
Nachdem wir mit dem Bus nach Amsterdam gefahren sind, kamen wir nach einer abenteuerlichen sechzehnstündigen Fährfahrt im nordenglischen Newcastle an. Allerdings verspätete sich unsere Ankunft um zwei Stunden, da am Hafen in Newcastle ein Stromausfall herrschte. Dies kam den meisten von uns jedoch sehr entgegen, da in dieser Zeit Schlaf nachgeholt werden konnte, der in den kleinen Schiffskabinen relativ gering ausfiel.

Als wir dann alle wieder im Bus saßen, ging es direkt nach Edinburgh, wobei die schottische grüne und hügelige Landschaft mit den typisch britischen Bauernhäusern in beiden LKs für Begeisterung sorgte. Nach unserer Ankunft in Edinburgh hatten wir zunächst eine kurze Führung durch das schottische Parlament und danach wurden wir von zwei Studenten durch die University of Edinburgh geführt. Die Studenten überzeugten einige durch ihre authentische Art von der Universität – mal sehen, wer von uns wirklich bald dort studieren wird. Jedoch wurde uns bereits nach diesen Programmpunkten bewusst, dass der schottische Akzent unglaublich schwer zu verstehen ist, weshalb es in den folgenden Tagen zu durchaus lustigen Missverständnissen gekommen ist. Den ersten Abend in Schottlands Hauptstadt ließen wir in einem traditionellen Pub mit Livemusik ausklingen.

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Am nächsten Tag hatten wir zunächst eine dreistündige Stadtführung, die teils im Bus und teils zu Fuß stattfand. So konnten wir einen Überblick über Schottlands Geschichte und die Stadt Edinburgh gewinnen. Dieses Wissen wurde durch Vorträge des Englisch LKs ergänzt, in denen es beispielsweise um die Scottish devolution ging, also um die Dezentralisierung Schottlands von London. Die Stadtführerin zeigte uns außerdem die teuerste Schule Schottlands, die lustigerweise „Fettes College“ heißt und 30.000€ pro Schuljahr kostet. Der anschließende Besuch des Museum of Scotland machte uns allen viel Spaß, da es zu großen Teilen interaktiv gestaltet ist. Außerdem besitzt das Museum eine Dachterrasse, von der wir eine tolle Aussicht über die Metropole hatten. Eine noch bessere Aussicht gab es jedoch vom Castle of Edinburgh, das im elften Jahrhundert über der Stadt auf dem Castle Rock errichtet wurde und heutzutage nachts in verschiedenen bunten Lichtern angeleuchtet wird. Am Abend dieses zweiten Tages sahen wir uns das Theaterstück „Rebus: long shadows“ von Ian Rankin und Rona Munro an, aber unser Problem blieb: der schottische Akzent ist so stark, dass wir nur wenige Sätze verstanden haben. Das war an einigen Stellen des Stücks ziemlich suboptimal, da das schottische Publikum zwischendurch lachte, wir aber nichts verstanden haben und etwas irritiert im schönen King´s Theatre saßen. Trotzdem war es uns aber möglich, den Inhalt des Stückes zu erfassen, weshalb wir auf dem Rückweg ins Hostel noch darüber diskutieren konnten.

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Am Mittwoch, Lilys siebzehntem Geburtstag, verschlug es uns nach Pitlochry in die Whisky Distillery Blair Athol und danach in die Highlands. Die Wanderung durch die Highlands begann mit der Überquerung eines großen Golfplatzes, auf dem wir zunächst in der Flugbahn des Golfballs einer typisch britisch gekleideten älteren Dame standen, die uns – auf einem etwa 200 Meter entfernten Hügel stehend und schon mit dem Schläger ausholend – dazu aufforderte, aus dem Weg zu gehen. Nach Frau Scheidelers „Duckt euch!“ – Ausruf wanderten wir dann ohne weitere derartige Zwischenfälle über den Golfplatz und hinein in die Highlands. Dieser Ausflug war für viele von uns das schönste Erlebnis der Fahrt, da wir etwa vierzehn Kilometer durch die schottische Landschaft wanderten, was aufgrund der Steigung zwar ziemlich anstrengend war, die Aussicht es aber definitiv wert war. Nachdem wir die Aussicht über die herbstlich gefärbten Wälder genossen und uns einige Vorträge des Erdkunde LKs beispielsweise zur Landwirtschaft in den Highlands angehört haben, ging es wieder bergab nach Pitlochry und abends in Edinburgh mit beiden LKs in ein Restaurant.

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Am vorletzten Tag machten wir uns auf den Rückweg nach Newcastle mit einem Abstecher zum Hadrianswall. Nach einer cirka zweistündigen Busfahrt durch die wunderschöne aber sehr hügelige schottische und englische Landschaft kamen wir, teilweise aufgrund der vielen Kurven und Hügel etwas wackelig auf den Beinen, am Hadrianswall an. Dieser begeisterte durch seine riesigen Ausmaße, jedoch waren die vielen Schafe, deren Weide wir kurz in Anspruch nahmen, eindeutig das beliebtere Fotoobjekt. Leider gelangen gute Schaf-Selfies eher selten. Nachdem wir uns von unseren Schafen trennten, ließ unser Busfahrer Jörg wieder „die Straße brennen“ (kleiner Insider, der auf der achterbahnähnlichen Fahrt von Edinburgh zum Hadrianswall entstand) und wir fuhren nach Newcastle. Dort verbrachten wir eine Stunde, bevor es dann zum Hafen ging. Da es in den kleinen Kabinen nicht lange auszuhalten war und auch Herr Kleickmanns Rat („Stellen Sie sich einfach vor, der Spiegel sei ein Fenster“) uns nicht weiterbrachte, machten wir Gebrauch von den Entertainmentmöglichkeiten an Bord und ließen den letzten Abend der Kursfahrt im Kino oder tanzend im Columbus Club ausklingen.
Der sechzehnstündige Aufenthalt auf der Fähre war aufgrund des starken Seegangs für die meisten nicht sonderlich angenehm, weshalb uns das technische Problem am Hafen in Amsterdam direkt nach dem Andocken sehr gelegen kam, um ein paar Minuten Schlaf nachzuholen.
Die Rückfahrt mit dem Bus von Amsterdam nach Lüdinghausen verlief reibungslos, sodass wir nach der 28-stündigen Rückreise gut Zuhause ankamen.
Das Resultat dieser Kursfahrt? Erstens: Schottland ist ein landschaftlich und kulturell interessantes und eindrucksvolles Land. Zweitens: Die meisten von uns werden nie im Leben eine Kreuzfahrt machen, da uns der Seegang auf der Nordsee schon ordentlich zugesetzt hat. Und drittens: Mit entspannten Lehrern macht Reisen Spaß. An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal herzlich bei den Kursleitern Herrn Peters und Herrn Kleickmann und den Begleitlehrerinnen Frau Scheideler und Frau Linneborn, mit denen wir über unsere Zukunftspläne sprechen und Edinburgh und die Highlands lachend erkunden konnten.

Weitere Bílder finden Sie in unserer Fotogalerie!

Fotos von: Hannah Pinke u. S. Linneborn

 

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